Der richtige Luftfilter nach ISO 16890
…eine kleine HIlfestellung.
Was bewertet die ISO 16890?

Die ISO 16890 ist eine Norm zur Klassifizierung von Luftfiltern in raumlufttechnischen Anlagen. Sie bewertet, wie gut Filter Feinstaub aus der Luft entfernen. Seit 2018 ersetzt sie vollständig die frühere europäische Norm EN 779.
Im Unterschied zur alten Norm, die nur einzelne Partikelgrößen (z. B. 0,4 µm) betrachtete, orientiert sich die ISO 16890 an realen Feinstaubklassen:
- PM1
- PM2,5
- PM10
Dadurch wird die Filterleistung praxisnah und realistisch bewertet.
Auf dieser Grundlage kann die Luftqualität in Innenräumen gezielt und normgerecht geplant werden – sowohl in Nichtwohngebäuden als auch in Wohngebäuden.
Da Luftverschmutzung weltweit zu den größten Gesundheitsrisiken zählt, empfiehlt die WHO seit 2021 deutlich strengere Grenzwerte für die Außen- und Innenraumluft.
Auf Basis dieser Bewertung wird die Außenluft in drei Kategorien eingeteilt.
ODA-Kategorien
Wie kann Außenluft eingeordnet werden?
Für eine genaue Planung wird die Außenluft in drei sogenannte ODA-Kategorien (Outdoor Air) eingeteilt.
Diese Einteilung basiert auf den Feinstaub-Grenzwerten der WHO aus dem Jahr 2021.
| Kategorie Außenluft | PM2,5 (µg / m³) Jahresmittelwert | PM10 (µg / m³) Jahresmittelwert | Beschreibung |
| ODA 1 | ≤ 5 | ≤ 15 | Saubere Außenluft – WHO-Grenzwerte werden eingehalten |
| ODA 2 | ≤ 7,5 | ≤ 22,5 | Belastete Außenluft – WHO-Werte bis zum 1,5-fachen überschritten |
| ODA 3 | > 7,5 | > 22,5 | Stark belastete Außenluft – WHO-Werte werden deutlich überschritten |
Ohne geeignete Luftfilter ist die Luft in Innenräumen oft ähnlich belastet wie die Außenluft.
Bei der Auswahl eines passenden Filters nach ISO 16890 helfen die sogenannten Supply-Air-Kategorien. Sie geben an, welche Filterleistung je nach Außenluftqualität (ODA-Kategorie) empfohlen wird.
SUP-Kategorien
Wie kann Innenluftqualität definiert werden?
Die sogenannten Supply-Air-Kategorien (SUP) beschreiben, wie gut die Zuluft in Innenräumen sein soll.
Sie orientieren sich an den Grenzwerten der WHO für Feinstaub und sind in fünf Stufen eingeteilt.
Diese Einteilung hilft dabei, je nach Qualität der Außenluft (ODA) und gewünschter Raumluftqualität (SUP) die passende Filterleistung nach ISO 16890 auszuwählen.
| Kategorie für Innenluft | PM2,5 (µg / m³) Jahresmittelwert | PM10 (µg / m³) Jahresmittelwert | Beispiele |
| SUP 1 | ≤ 1,25 | ≤ 3,75 | Reinräume, Krankenhäuser, Pharmaindustrie |
| SUP 2 | ≤ 2,5 | ≤ 7,5 | Büros, Hotels, Kindergärten, Wohngebäude, Lebensmittelindustrie |
| SUP 3 | ≤ 3,75 | ≤ 11,25 | Rechenzentrum, Einkaufszentrum |
| SUP 4 | ≤ 5 | ≤ 15 | Treppenhäuser, Produktionsstätten |
| SUP 5 | ≤ 7,5 | ≤ 22,5 | Tiefgaragen, Schweißbetrieb |
Die geeignete Filterklasse nach ISO 16890 ergibt sich aus der Kombination von:
- ODA-Kategorie (Außenluft)
- SUP-Kategorie (angestrebte Innenluftqualität)
Wie wird die passende Filterklasse nach ISO 16890 abgeleitet?
Aus der Außenluftqualität (ODA) und der gewünschten Innenluftqualität (SUP) lässt sich nach ISO 16890 bestimmen, wie hoch die notwendige Filterleistung (ePMₓ) sein muss.
Diese Empfehlungen gelten sowohl für einzelne Filter als auch für mehrstufige Filtersysteme.
Beispiel:
- Bei ODA 3 (stark verschmutzte Außenluft)
und SUP 1 (sehr hohe Anforderungen an die Raumluft)
→ wird mindestens ein Filter der Klasse ISO ePM1 ≥ 90 % sowie zusätzlich ein Aktivkohlefilter benötigt. - Bei ODA 2
und SUP 3
→ reicht ein Filter der Klasse ISO ePM2,5 ≥ 70 % aus.
| Outdoor Air Quality | Supply Air Quality | ||||
| SUP 1 | SUP 2 | SUP 3 | SUP 4 | SUP 5 | |
| ODA 1 | ePM1 70% (zusätzlicher Aktivkohlefilter empfohlen) | ePM1 50% | ePM2,5 50% | ePM10 50% | ePM10 50% |
| ODA 2 | ePM1 80% (zusätzlicher Aktivkohlefilter benötigt) | ePM1 70% (zusätzlicher Aktivkohlefilter empfohlen) | ePM2,5 70% | ePM10 80% | ePM10 50% |
| ODA 3 | ePM1 90% (zusätzlicher Aktivkohlefilter benötigt) | ePM1 80% (zusätzlicher Aktivkohlefilter benötigt) | ePM2,5 80% (zusätzlicher Aktivkohlefilter empfohlen) | ePM10 90% | ePM10 80% |
Hinweis:
Die Tabelle dient lediglich als Orientierung. Empfehlungen können je nach Gebäude, Inneneinrichtung, Maschinen, Gebäudenutzung, Luftbelastung, Normanforderungen (z. B. VDI 6022, DIN EN 16798-3) oder regionalen Vorschriften variieren.

